Wein ist zum Saufen da! PUNKT.

Mach auf die Flasche. Rein ins Glas und ab in den Hals.

 

Natürlich ist das überspitzt, aber im Grunde, das was Weintrinken ausmacht. Der Spass steht im Vordergrund. Jeder nimmt es in Kauf, das nach gewisser Zeit der Alkohol in den Gehirnwindungen angekommen ist und dort seinen Schabernack treibt. Meist nicht das Schlechteste für den passionierten Weinliebhaber.

 

Der Standardspruch einer Bekannten nach den ersten Gläsern:

"Ich merke den Wein und das ist schön." Was ist dran am Mythos Wein? Was hat Wein was andere Alkoholika nicht haben?

Warum ist er so allgegenwärtig, so aktzeptiert in unserer Gesellschaft und wird auf Podeste gehieft, wenn uns ein grosser Wein serviert wird?

 

Für mich habe ich eine Lösung gefunden, die ich durch harte Arbeit in jahrelangen Selbstversuchen ergründete. Teilweise kam die Antwort als ich in die Abgründe der weissen Porzellangötter geschaut habe, teilweise kam die Erleuchtung auf Höhenflügen bei Exzessen mit Champagner. Die Quintessenz war immer der Genuss, verbunden mit einer guten Zeit unter Freunden.

 

Zu einem guten Essen wird meist ein Wein gereicht, oder umgekehrt. Die Wirkung lässt nicht lange auf sich warten und geschichtlich lies der Rausch uns den Göttern, dem Glauben nach, etwas näher kommen. Die heutigen Götter sind die Winzer, die für Ihren Tropfen gehuldigt werden. Grosse Weine werden mit einer Erfurcht getrunken, das jeder noch ewige Zeiten später davon berichten kann, wie der Abend en detail abgelaufen ist.

 

Wer uns jetzt als Spinner betitelt, hat meiner Meinung nach recht. Wir Weinnerds sind so. Wir lieben die Geselligkeit im Rahmen Gleichgesinnter. Es wird gespeist, getrunken philosophiert, noch mehr getrunken und noch mehr philosophiert. Das Lachen kommt automatisch mit der Begabung fremde Sprachen im Nu zu erlernen. Hat jetzt jeder ein Déjà-vu?

 

Der allgemeine Weintrinker ist Genieser durch und durch. Es muss nicht immer eine teuere Flasche sein, aber eine gute. Was gut ist definiert jeder für sich selbst. Allerdings ist auch Fakt, das der eigene Anspruch über die Jahre steigt. Plötzlich ist man bereit mehr Geld für eine Flasche Wein auszugeben, als für ein Essen. Man taucht in die Materie der Weinleidenschaft ein. Wein kann man nicht rational erklären. WEIN IST PURE EMOTION.